15. August 2010

Sunday Morning Coming Down - Kunst kommt von können – das gilt auch für Actionfilme

„Mit dem "A-Team", schon als Serie nur ein schlicht gestrickter Nachmittagsfüller, ist ein Tiefpunkt erreicht.“
Rolling Stone
"A-Team" mit Liam Neeson und Jessica Biel - ein Remake als Totalschaden.“
Der Standard
„Eine Ansammlung unwitziger Jokes, dämlicher Actionszenen, unterforderter Schauspieler und gähnende Langeweile.“
Musikexpress
So tönt es durch den Blätterwald bezüglich des Films A-Team. Ohne Ausnahme scheinen sich die Kritiker darauf eingeschossen zu haben, den Streifen in Grund & Boden zu schreiben. Warum das so ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Ist es die geheime Mission der Filmkritiker, den Menschen den Kinobesuch zu vermiesen. Vielleicht liegt es am europäischen Minderwertigkeitskomplex gegen Großproduktionen aus Hollywood, ist es simpler Antiamerikanismus oder nur die Abneigung gegen unterhaltsame Filme. Denn das ist, das A-Team, ein unterhaltsamer Actionfilm mit Humor. Zugegeben der Film ist weder tiefsinnig, noch bietet er eine außergewöhnliche Geschichte oder beeindruckende schauspielerische Leistungen. Dieser Anspruch wurde auch nie erhoben und es ist daher schlicht unfair eine Actionkomödie welche schlicht unterhalten will mit cineastischen Großtaten oder Oscar-Anwärtern zu vergleichen. Dies tun aber Kritiker im deutschsprachigen Raum. So war es auch die Qualitätszeitung „Die Presse“, welche 2003 Die Rückkehr des Königs (der dritte Teil der Herr der Ringe Saga) gnadenlos zerriss. Der Redakteur sah im Film eine dramatische Parallele zum Irakkrieg und verglich die die Heer der vereinigten Menschen mit den bösen imperialistischen Invasoren aus den USA. Ja wenn man will kann man sich in seinem Köpfchen alles zu Recht spinnen. Wie auch der dänische Regisseur Lars von Trier, der definitiv spinnt. Nachzuprüfen bei dessen letzen Werk Antichrist. Ein von sinnloser Gewalt und kruden Ideen strotzender Film ohne Sinn und Verstand. Der Regisseur bezeichnete den Film selbst als persönliche Therapie. Auch schön, vor allem wenn diese Therapie andere bezahlen müssen – vorrangig die EU-Filmförderung, welche den Großteil des Budgets bereitstellte. Natürlich ist Antichrtist ein Liebling der Kritiker und des Feuilleton. Das ändert nichts daran, dass bis auf wenige Einstellungen zu Beginn, der Film einfach nur großer Quatsch und noch größerer Mist ist. Aber gutschreiben und schönlügen kann man sich viel, vor allem wenn man zum elitären Club der Klugen und Geschmacksicheren gehören will. Die „Dummen“ gehen inzwischen ins Kino und geben ihr Geld für Unterhaltungsfilme aus, fühlen sich meist wohl und sind mitunter sogar glücklich und zufrieden nach einem derartigen Kinobesuch. Denn so dumm ist die breite Klasse nicht wie uns die Medienelite immer weiß machen will. Schlechte Actionfilme wie Triple X Teil 2 oder unlustige Komödien fallen beim Publikum unweigerlich durch. Aber solange die Kunstmafia Äpfel mit Birnen vergleicht und im amerikanischen Unterhaltungsfilm den Untergang des Abendlandes sieht, wird der „Actionfilm“ schwer von seinem Image der oberflächigen Unterhaltung wegkommen. Darum nehmen wir die Sache selbst in die Hand und veranstalten in Innsbruck (das Herz Europas – geographisch und überhaupt) am 29. August die erste ACTION-CON. Mehr Infos dazu bald – hier in diesem Theater.
Andi Bauer

1 Kommentar:

Mario Grabner hat gesagt…

Das A-Team war einfach ein toller Film! Wer die Serie nur halbwegs kennt wird ob der Parallelen und Hinweise einfach köstlich amüsiert werden. Und auch sonst gibt es witzige Referenzen auf andere Filme (Braveheart) oder Musikgruppen.
Das Wichtigste beim ins-Kino-gehen ist natürlich das sitzenbleiben bis nach dem Abspann - der Zuseher wird mit einer schönen Extra-Szene mit manch bekanntem Schauspieler belohnt...
Alles in allem kann ich hier nur der Kritikerin von orf.at widersprechen - sie meinte: Das A-Team schießt daneben - ich meine: Das A-Team landet einen Volltreffer!