sunday morning coming down - die Kolumne
Ob manche Bands oder Musikgenres wird seit Jahrzehnten ein Zirkus veranstaltet, welcher in keiner Relation zur Qualität der Musik steht. Und ich rede nicht von Retortenpop und den Castingclowns aus DSDS und „Helden von Gestern“. Die sind eh schon in der Medienhölle gefangen und brauchen nicht noch einen zusätzlichen Tritt. Nein, ich wundere mich über angeblich ernsthafte Musiker die zum Kultobjekt aufgeblasen werden. Hier ein paar Beispiele
31. Januar 2011
27. Januar 2011
Blut, Schweiß & Tränen und ein schwarzweißer Schwan
good@wise Filmtipp Black Swan von Darren Aronofsky
Eine weiße Schwanenfeder welche langsam von schwarzen Federn umhüllt wird bebildert den Abspann von „Black Swan“ und faßt zusammen was der Film zuvor in einem zweistündigen Bilderrausch erzählt.
Eine weiße Schwanenfeder welche langsam von schwarzen Federn umhüllt wird bebildert den Abspann von „Black Swan“ und faßt zusammen was der Film zuvor in einem zweistündigen Bilderrausch erzählt.
16. Januar 2011
Tanzen mit Alfred
sunday morning coming down - Die Kolumne am Sonntag
Die Meldung der Woche (laut Ö3 & TV-media). Alfons Haider tanzt mit einem Mann. „Potz-Plitz“, dachte das so mancher, was ganz neues – sensationell – Alfons Haider und ein anderer Mann – noch nie gehört. Und abgesehen von den üblichen langweiligen Kriegen, Konflikten & Naturkatastrophen mit Millionen Betroffenen war ja wirklich nix los in der letzten Woche. Da sind mir schon froh, daß der gute Alfons für exquisite Nachrichten und Qualitätsjournalismus sorgte.
Aber sind wir nicht so streng. Den 50er hat Alfons vor zwei Jahren medienwirksam abgefackelt, seine sexuelle Orientierung interessiert schon lange keinen mehr und künstlerische Leistungen sind mangels Talent auch nicht möglich. Kurzum, es ist nicht mehr so einfach sein Bild täglich im Fernsehen und Zeitung zu erblicken. Ein ordentlicher Aufreger mußte her. Eine strategisch organisierte Provokation. So macht sich Alfons jetzt schon „Sorgen“ daß böse engstirnige Menschen gegen das männliche Tanzpaar demonstrieren werden. Ja die bösen Andersdenkenden, erziehen ihre Kinder haben zwei Jobs, zahlen ORF Gebühren und haben noch dazu eine Meinung, zu Alfons und seinen Eskapaden. Diese Spießer. Die Regierung arbeitet zwar eh schon an einem Gesetz, daß es verbietet eine andere Meinung auszusprechen als es der politisch korrekte Meinungsterror zuläßt, aber das geht natürlich nicht schnell genug. Mir ist im Prinzip „powidl“ ob Alfons jetzt die Arigona oder doch seinen schwulen Freund heiratet, solange ich noch eine Meinung haben darf und diese auch ausdrücken kann.
Denn einige Fragen hätte ich schon an „Österreichs weltbesten und beliebtesten Entertainer“
- Ist es nicht auf Dauer frustrierend wenn man seine Popularität ausschließlich den Seilschaften mit der sozialistischen Kulturmafia und dem „unabhängigen ORF“ zu verdanken hat und nicht Talent und Leistung geschuldet ist?
- Glauben Sie ernsthaft, daß die Mehrheit der Österreicher an einem wöchentlichen Update ihrer sexuellen Vorlieben interessiert ist?
- Wußten Sie, daß zum Beispiel der britische Schauspieler Ian McKellen (Herr der Ringe, X-men) auch homosexuell ist, aber nur durch seine ausgezeichnete Schauspielkunst auffällig ist?
- Wenn Sie unser Land so furchtbar finden – was Sie ja regelmäßig zum Ausdruck bringen – warum leben Sie dann hier?
- Halten Sie es nicht für vernünftiger einfach ein paar Spiegel zusätzlich zu Hause aufzuhängen, als ständig irgendwas zu provozieren um aus Zeitung/Radio/TV zu strahlen. Ich würde die Spiegelvariante großzügig unterstützen?
- Was machen Sie wenn der ORF und SPÖ pleite sind?
Da wären mal ein paar freundliche Fragen an den lieben Alfred. Ich wünsche viel Freude mit dem Leben und alles Gute. Ich muß aufhören – Blumen gießen, Musik hören & Kraft tanken.
Andi Bauer
Die Meldung der Woche (laut Ö3 & TV-media). Alfons Haider tanzt mit einem Mann. „Potz-Plitz“, dachte das so mancher, was ganz neues – sensationell – Alfons Haider und ein anderer Mann – noch nie gehört. Und abgesehen von den üblichen langweiligen Kriegen, Konflikten & Naturkatastrophen mit Millionen Betroffenen war ja wirklich nix los in der letzten Woche. Da sind mir schon froh, daß der gute Alfons für exquisite Nachrichten und Qualitätsjournalismus sorgte.
Aber sind wir nicht so streng. Den 50er hat Alfons vor zwei Jahren medienwirksam abgefackelt, seine sexuelle Orientierung interessiert schon lange keinen mehr und künstlerische Leistungen sind mangels Talent auch nicht möglich. Kurzum, es ist nicht mehr so einfach sein Bild täglich im Fernsehen und Zeitung zu erblicken. Ein ordentlicher Aufreger mußte her. Eine strategisch organisierte Provokation. So macht sich Alfons jetzt schon „Sorgen“ daß böse engstirnige Menschen gegen das männliche Tanzpaar demonstrieren werden. Ja die bösen Andersdenkenden, erziehen ihre Kinder haben zwei Jobs, zahlen ORF Gebühren und haben noch dazu eine Meinung, zu Alfons und seinen Eskapaden. Diese Spießer. Die Regierung arbeitet zwar eh schon an einem Gesetz, daß es verbietet eine andere Meinung auszusprechen als es der politisch korrekte Meinungsterror zuläßt, aber das geht natürlich nicht schnell genug. Mir ist im Prinzip „powidl“ ob Alfons jetzt die Arigona oder doch seinen schwulen Freund heiratet, solange ich noch eine Meinung haben darf und diese auch ausdrücken kann.
Denn einige Fragen hätte ich schon an „Österreichs weltbesten und beliebtesten Entertainer“
- Ist es nicht auf Dauer frustrierend wenn man seine Popularität ausschließlich den Seilschaften mit der sozialistischen Kulturmafia und dem „unabhängigen ORF“ zu verdanken hat und nicht Talent und Leistung geschuldet ist?
- Glauben Sie ernsthaft, daß die Mehrheit der Österreicher an einem wöchentlichen Update ihrer sexuellen Vorlieben interessiert ist?
- Wußten Sie, daß zum Beispiel der britische Schauspieler Ian McKellen (Herr der Ringe, X-men) auch homosexuell ist, aber nur durch seine ausgezeichnete Schauspielkunst auffällig ist?
- Wenn Sie unser Land so furchtbar finden – was Sie ja regelmäßig zum Ausdruck bringen – warum leben Sie dann hier?
- Halten Sie es nicht für vernünftiger einfach ein paar Spiegel zusätzlich zu Hause aufzuhängen, als ständig irgendwas zu provozieren um aus Zeitung/Radio/TV zu strahlen. Ich würde die Spiegelvariante großzügig unterstützen?
- Was machen Sie wenn der ORF und SPÖ pleite sind?
Da wären mal ein paar freundliche Fragen an den lieben Alfred. Ich wünsche viel Freude mit dem Leben und alles Gute. Ich muß aufhören – Blumen gießen, Musik hören & Kraft tanken.
Andi Bauer
15. Januar 2011
good@wise Filmtipp: the green hornet
The Green Hornet von Michel Gondry
Der Hollywood-Blockbuster und der Kunstfilm. Zwei Genres die, sollten sie sich begegnen, sofort grußlos die Straßenseite wechseln würden.
Zu differierend sind sowohl Werk wie Publikum.
Der Woody Allen Fan rümpft die Nase über die billigen Actionfilme eines Michael Bay. Dessen Fans wiederum, verstehen nicht was es bei Woody zu lachen gibt. Und doch scheint sich diese Unvereinbarkeit im „Green Hornet“ getroffen zu haben. Der Film wirkt als ob ein Kunststudent einen Haufen Geld gekriegt hat und mal so richtig „spielen“ wollte.
Der Streifen ist ein mutiges Projekt welches die Gesetze für Blockbuster ordentlich durchwirbelt. Superhelden, Bösewichte, die obligate Liebesgeschichte nichts scheint am gewohnten Platz zu sein. Das liegt einerseits am Drehbuch von Hauptdarsteller Seth Rogen, voller skurriler Einfälle und natürlich am „Kunststudenten“ Michel Gondry am Regiestuhl.
Gondry ist ein Artfilmregisseur und realisierte bis jetzt nur schräge und relativ preisgünstige Projekte. Sein bekanntester Film ist die abgedrehte Komödie „Eternal sunshine on a spotless mind“ mit Jim Carrey und Kate Winslet. Der Streifen stellt eine der wirrsten und auch schönsten Betrachtungsweisen zum Thema „ewiger Liebe“ dar und sei jedem Filmfreund wärmstens empfohlen.
Es verwunderte also nicht, daß ein Raunen durch die Menge der Comicfans ging als Gondry als Regisseur für „the green hornet“ publik wurde. Das die Haupt und Heldenrolle von einem leicht korpulenten Komiker besetzt wurde erhöhte zusätzlich die Skepsis der, sehr oft sektiererisch agierenden, Fangemeinde.
Diese Ausreißer sind aber die Stärken des Films, der sich nicht auf Action und Specialeffekte verläßt sondern auf seine skurrilen Figuren und deren verbale Schlagabtausche setzt. Die Beziehung zwischen Hornet und seinen Partner Cato ist köstlich, deren Auseinandersetzungen grandios.
Dazu stoßt noch Christoph Waltz - als Bad Guy ideal besetzt. Seine Figur pendelt zwischen Paranoia, Selbstzweifel und unwillkürlicher Brutalität. Schwachpunkte des Films sind die Geschichte – diese ist ein Witz und keine drei Zeilen wert - und die lächerlichen 3-D Effekte. Schauen sie den Film nach Möglichkeit in 2-D – das ist völlig ausreichend. Aber all diese Mankos sind nicht mehr wichtig wenn Hornet auf Cato trifft und diese über die Kunst des Kaffeebrauens diskutieren. Köstlich. Ob der Film, der sich so ungeniert und gekonnt zwischen zwei Genres bewegt, sein Publikum finden wird ist jedoch fraglich. Dem aufgeschlossenem Besucher erwartet jedoch ein herrlich abgedrehtes Vergnügen.
Andi Bauer
Der Hollywood-Blockbuster und der Kunstfilm. Zwei Genres die, sollten sie sich begegnen, sofort grußlos die Straßenseite wechseln würden.
Zu differierend sind sowohl Werk wie Publikum.
Der Woody Allen Fan rümpft die Nase über die billigen Actionfilme eines Michael Bay. Dessen Fans wiederum, verstehen nicht was es bei Woody zu lachen gibt. Und doch scheint sich diese Unvereinbarkeit im „Green Hornet“ getroffen zu haben. Der Film wirkt als ob ein Kunststudent einen Haufen Geld gekriegt hat und mal so richtig „spielen“ wollte.
Der Streifen ist ein mutiges Projekt welches die Gesetze für Blockbuster ordentlich durchwirbelt. Superhelden, Bösewichte, die obligate Liebesgeschichte nichts scheint am gewohnten Platz zu sein. Das liegt einerseits am Drehbuch von Hauptdarsteller Seth Rogen, voller skurriler Einfälle und natürlich am „Kunststudenten“ Michel Gondry am Regiestuhl.
Gondry ist ein Artfilmregisseur und realisierte bis jetzt nur schräge und relativ preisgünstige Projekte. Sein bekanntester Film ist die abgedrehte Komödie „Eternal sunshine on a spotless mind“ mit Jim Carrey und Kate Winslet. Der Streifen stellt eine der wirrsten und auch schönsten Betrachtungsweisen zum Thema „ewiger Liebe“ dar und sei jedem Filmfreund wärmstens empfohlen.
Es verwunderte also nicht, daß ein Raunen durch die Menge der Comicfans ging als Gondry als Regisseur für „the green hornet“ publik wurde. Das die Haupt und Heldenrolle von einem leicht korpulenten Komiker besetzt wurde erhöhte zusätzlich die Skepsis der, sehr oft sektiererisch agierenden, Fangemeinde.
Diese Ausreißer sind aber die Stärken des Films, der sich nicht auf Action und Specialeffekte verläßt sondern auf seine skurrilen Figuren und deren verbale Schlagabtausche setzt. Die Beziehung zwischen Hornet und seinen Partner Cato ist köstlich, deren Auseinandersetzungen grandios.
Dazu stoßt noch Christoph Waltz - als Bad Guy ideal besetzt. Seine Figur pendelt zwischen Paranoia, Selbstzweifel und unwillkürlicher Brutalität. Schwachpunkte des Films sind die Geschichte – diese ist ein Witz und keine drei Zeilen wert - und die lächerlichen 3-D Effekte. Schauen sie den Film nach Möglichkeit in 2-D – das ist völlig ausreichend. Aber all diese Mankos sind nicht mehr wichtig wenn Hornet auf Cato trifft und diese über die Kunst des Kaffeebrauens diskutieren. Köstlich. Ob der Film, der sich so ungeniert und gekonnt zwischen zwei Genres bewegt, sein Publikum finden wird ist jedoch fraglich. Dem aufgeschlossenem Besucher erwartet jedoch ein herrlich abgedrehtes Vergnügen.
Andi Bauer
2. Januar 2011
mustseemovies2010
Die Besten Filme 2010
A serious man von Ethan & Joel Coen
Bei ihren „stillen“ Filmen sind die Coens fast noch besser als bei ihren Thrillern und Komödien. „a serious man“ ist nicht nur eine Reflektion einer Kindheit in den 70ern der kreativen Brüdern. Es ist auch ein Abgesang an die organisierte Religion welche nicht in der Lage ist den Menschen in ihrem Alltag zu helfen. Die Coens erzählen die Geschichte des gläubigen Juden Lawrence Gopnik, dessen fein geordnete Welt langsam zerbricht, präzise und ohne Zynismus. Der Versuch von Lawrence beim ehrwürdigen Rabbi eine Audienz zu erhalten ist eine Szene für die Ewigkeit.
The social network von David Fincher
Fincher lieferte nichts weniger als das präzise Porträt der dot.com Generation. Essentiell.
Inception von Christopher Nolan
Seit seinem Erstling Memento empfiehlt sich Christopher Nolan als einer der besten Regisseure des neuen Jahrtausends, der in der Lage ist Anspruch mit Kommerz zu verbinden. „Inception“ ist trotz seiner Geschwätzigkeit ein visuelles Ereignis und ein klug durchkomponierter Actionkracher mit einer interessanten Geschichte die nachhallt
Crazy Heart von Scott Cooper
Jeff Bridges holte sich endlich seinen Oscar mit einer überzeugenden Darstellung eines Countryrebellen der angenehm an Kris Kristofferson erinnert. Der Film erzählt ein zutiefst amerikanisches Märchen welches gerade wegen seiner simplen Botschaft überzeugt.
Shutter Island von Martin Scorsese
Martin Scorsese hat derzeit einen Lauf und schuf einen altmodischen Psychotriller der sich in den Gedanken festkrallt und länger nachwirkt als einem lieb ist. Sein Hauptdarsteller Leonardo dicaprio zeigt seine beste Leistung seit Jahren und empfiehlt sich erneut für einen Oscar.
Up in the air von Jason Reitman
Der Sohn vom Ghostbusters Regisseur Ivan Reitman hat einen sensationellen Hattrick hingelegt. Sein erster Film „Thank you for smoking“ wurde zum satirischen Meisterstück fürs neue Jahrtausand. „Juno“ ist ein gelungenes Porträt heutiger Teenager und „Up in the air“ ein gefühlvoller Blick auf eine entwurzelte USA mitten in der Wirtschaftskrise. Nach drei Filmen schon besser als der Herr Papa.
Kick-Ass von Matthew Vauhgn
Kein Meisterwerk aber ein äußerst gelungener Arschtritt für das eingeschlafene Superheldengenre („Macht braucht Verantwortung - schnarch“). Der Brite Matthew Vauhgn hat nach seinem Gangsterthriller „Layer Cake“ und seiner Fantasiekomödie „Der Sternwanderer“ drei überzeugende Filme in unterschiedlichen Genres gedreht. Auf sein Prequel zu den „X-Men“ Filmen welches im Sommer startet darf man gespannt sein.
The Road von John Hillcoat
Beklemmendes Endzeitdrama welche die Liebe zwischen Vater & Sohn als letzte Hoffnung für die Menschheit vermittelt.
The Other Guys von Adam McKay
Während die Europäer (seltsamerweise) über Adam Sandler lachen können wird sein Kollege Will Ferrell immer noch unterschätzt. Seine schräge Buddy-action-komödie bietet anarchischen Witz, skurile Figuren und eine Geschichten mit deftigen Überraschungen.
Der Mann deiner Träume von Woody Allen
Trotz des fürchterlichen deutschen Titels - Das Original „You will meet a tall dark stranger“ verspricht viel mehr – ein erneuter Genuß. Woody schreibt einfach kluge Drehbücher und inszeniert mit scharfem Blick fürs Detail.
A serious man von Ethan & Joel Coen
Bei ihren „stillen“ Filmen sind die Coens fast noch besser als bei ihren Thrillern und Komödien. „a serious man“ ist nicht nur eine Reflektion einer Kindheit in den 70ern der kreativen Brüdern. Es ist auch ein Abgesang an die organisierte Religion welche nicht in der Lage ist den Menschen in ihrem Alltag zu helfen. Die Coens erzählen die Geschichte des gläubigen Juden Lawrence Gopnik, dessen fein geordnete Welt langsam zerbricht, präzise und ohne Zynismus. Der Versuch von Lawrence beim ehrwürdigen Rabbi eine Audienz zu erhalten ist eine Szene für die Ewigkeit.
The social network von David Fincher
Fincher lieferte nichts weniger als das präzise Porträt der dot.com Generation. Essentiell.
Inception von Christopher Nolan
Seit seinem Erstling Memento empfiehlt sich Christopher Nolan als einer der besten Regisseure des neuen Jahrtausends, der in der Lage ist Anspruch mit Kommerz zu verbinden. „Inception“ ist trotz seiner Geschwätzigkeit ein visuelles Ereignis und ein klug durchkomponierter Actionkracher mit einer interessanten Geschichte die nachhallt
Crazy Heart von Scott Cooper
Jeff Bridges holte sich endlich seinen Oscar mit einer überzeugenden Darstellung eines Countryrebellen der angenehm an Kris Kristofferson erinnert. Der Film erzählt ein zutiefst amerikanisches Märchen welches gerade wegen seiner simplen Botschaft überzeugt.
Shutter Island von Martin Scorsese
Martin Scorsese hat derzeit einen Lauf und schuf einen altmodischen Psychotriller der sich in den Gedanken festkrallt und länger nachwirkt als einem lieb ist. Sein Hauptdarsteller Leonardo dicaprio zeigt seine beste Leistung seit Jahren und empfiehlt sich erneut für einen Oscar.
Up in the air von Jason Reitman
Der Sohn vom Ghostbusters Regisseur Ivan Reitman hat einen sensationellen Hattrick hingelegt. Sein erster Film „Thank you for smoking“ wurde zum satirischen Meisterstück fürs neue Jahrtausand. „Juno“ ist ein gelungenes Porträt heutiger Teenager und „Up in the air“ ein gefühlvoller Blick auf eine entwurzelte USA mitten in der Wirtschaftskrise. Nach drei Filmen schon besser als der Herr Papa.
Kick-Ass von Matthew Vauhgn
Kein Meisterwerk aber ein äußerst gelungener Arschtritt für das eingeschlafene Superheldengenre („Macht braucht Verantwortung - schnarch“). Der Brite Matthew Vauhgn hat nach seinem Gangsterthriller „Layer Cake“ und seiner Fantasiekomödie „Der Sternwanderer“ drei überzeugende Filme in unterschiedlichen Genres gedreht. Auf sein Prequel zu den „X-Men“ Filmen welches im Sommer startet darf man gespannt sein.
The Road von John Hillcoat
Beklemmendes Endzeitdrama welche die Liebe zwischen Vater & Sohn als letzte Hoffnung für die Menschheit vermittelt.
The Other Guys von Adam McKay
Während die Europäer (seltsamerweise) über Adam Sandler lachen können wird sein Kollege Will Ferrell immer noch unterschätzt. Seine schräge Buddy-action-komödie bietet anarchischen Witz, skurile Figuren und eine Geschichten mit deftigen Überraschungen.
Der Mann deiner Träume von Woody Allen
Trotz des fürchterlichen deutschen Titels - Das Original „You will meet a tall dark stranger“ verspricht viel mehr – ein erneuter Genuß. Woody schreibt einfach kluge Drehbücher und inszeniert mit scharfem Blick fürs Detail.
26. Dezember 2010
Die Besten Longplayer 2010
Arcade Fire "The Suburbs"
Da inzwischen jeder minderbemittelte Schreihals die Platte als beste des Jahres feiert, wäre es natürlich viel cooler dies nicht zu tun. Es ändert nichts. Arcade Fire haben das beste Album des Jahres vorgelegt. Ein Werk mit beklemmender Schönheit, geschickt getarnten Hymnen und einer beeindruckend präzisen Reflektion des musikalischen Zeitgeistes. Entfremdung, Bindungsangst, Wehmut nach dem Gestern, Verunsicherung & dennoch vorsichtige Hoffnung. Alles da – hören sie genau hin. „City with no children in“
Warpaint „The Fool“
Drei Dunkelelfen aus L.A. zerren ihren Postpunk ans Licht und vermengen diesen mit New Wave & Psychadelika zu einem myserösen Hexengebräu. Zugleich verstörend wie einnehmend.
Gisbert zu Knyphausen „HURRA! Hurra! So nicht“
Deutschlands derzeit bester Liedermacher verhandelten erneut das Mysterium um Liebe & Beziehungen. Aufwühlende und versöhnlich.
Tracey Thorn „Love and it`s opposite”
Englands traurigste Stimme veredelte schon die Songs von Everything but the girl. Solo geht’s erst recht ans eingemachte. Menschen jenseits der 30 werden sich in diesen Liedern finden und verlieren.
Manic Street preachers „Postcards from a young man“
Der U2 Gedächtnispreis des Jahres geht an die Manics. Hymnen von erhabener Schönheit reißen ihre Herzen auf und überwältigen den Hörer. Ein emotionales Ereignis für alle die bereit sind hineinzufallen.
Joanna Newson “Have one on me”
Für all Jene, denen Loreena McKennit zu flach und Enya zu – sagen wir, zu sehr – „Enyamässig“ ist. Elfenhafter Folk der in der Stille rockt und Bäume zum weinen bringt.
Grinderman 2
Nick Cave und seine musikalischen Wegelagerer zerstückeln und verschleppen ihre Rock & Punksongs in neue Dimensionen. „A work in progres“ welches sein Ziel noch nicht erreicht hat.
Erdmöbel „Krokus“
Wer braucht noch Grönemeyer und Westernhagen. Erdmöbel haben den Deutschen mit dieser Platte endgültig den Humor zurückgebracht und rütteln dabei schon forsch am Thron von Element of Crime. Be aware
Interpol „Interpol“
Die Band spielt noch immer in einem Keller wo das Licht nur durch schmutzige Fenster schimmert. Schmerz in Tönen gefangen.
Elton John & Leon Russell The Union
Pop wie er sein soll. Gefühl ohne Schmalz und ein Elton John der übers Klavier fegt wie ein junger Spund.
Villagers „Becoming a Jackal“
Die Iren sind der Newcomer des Jahres. Eine abenteuerliche, bittersüße Folkrockmischung die Peter Gabriel evoziert & Bright Eyes vergessen macht.
Da inzwischen jeder minderbemittelte Schreihals die Platte als beste des Jahres feiert, wäre es natürlich viel cooler dies nicht zu tun. Es ändert nichts. Arcade Fire haben das beste Album des Jahres vorgelegt. Ein Werk mit beklemmender Schönheit, geschickt getarnten Hymnen und einer beeindruckend präzisen Reflektion des musikalischen Zeitgeistes. Entfremdung, Bindungsangst, Wehmut nach dem Gestern, Verunsicherung & dennoch vorsichtige Hoffnung. Alles da – hören sie genau hin. „City with no children in“
Warpaint „The Fool“
Drei Dunkelelfen aus L.A. zerren ihren Postpunk ans Licht und vermengen diesen mit New Wave & Psychadelika zu einem myserösen Hexengebräu. Zugleich verstörend wie einnehmend.
Gisbert zu Knyphausen „HURRA! Hurra! So nicht“
Deutschlands derzeit bester Liedermacher verhandelten erneut das Mysterium um Liebe & Beziehungen. Aufwühlende und versöhnlich.
Tracey Thorn „Love and it`s opposite”
Englands traurigste Stimme veredelte schon die Songs von Everything but the girl. Solo geht’s erst recht ans eingemachte. Menschen jenseits der 30 werden sich in diesen Liedern finden und verlieren.
Manic Street preachers „Postcards from a young man“
Der U2 Gedächtnispreis des Jahres geht an die Manics. Hymnen von erhabener Schönheit reißen ihre Herzen auf und überwältigen den Hörer. Ein emotionales Ereignis für alle die bereit sind hineinzufallen.
Joanna Newson “Have one on me”
Für all Jene, denen Loreena McKennit zu flach und Enya zu – sagen wir, zu sehr – „Enyamässig“ ist. Elfenhafter Folk der in der Stille rockt und Bäume zum weinen bringt.
Grinderman 2
Nick Cave und seine musikalischen Wegelagerer zerstückeln und verschleppen ihre Rock & Punksongs in neue Dimensionen. „A work in progres“ welches sein Ziel noch nicht erreicht hat.
Erdmöbel „Krokus“
Wer braucht noch Grönemeyer und Westernhagen. Erdmöbel haben den Deutschen mit dieser Platte endgültig den Humor zurückgebracht und rütteln dabei schon forsch am Thron von Element of Crime. Be aware
Interpol „Interpol“
Die Band spielt noch immer in einem Keller wo das Licht nur durch schmutzige Fenster schimmert. Schmerz in Tönen gefangen.
Elton John & Leon Russell The Union
Pop wie er sein soll. Gefühl ohne Schmalz und ein Elton John der übers Klavier fegt wie ein junger Spund.
Villagers „Becoming a Jackal“
Die Iren sind der Newcomer des Jahres. Eine abenteuerliche, bittersüße Folkrockmischung die Peter Gabriel evoziert & Bright Eyes vergessen macht.
20. Dezember 2010
Wikileaks leckt und „News“ berichtet
Es war wieder mal eine lustige Woche. Österreichs „größtes“ und „weltbestes“ (per Eigendefinition) Nachrichtenmagazin „News“ hievte den „wikileaks“ Gründer und selbsternannten Weltenretter Julian Assange aufs Titelblatt. Begleitet von der Frage ob der Kerl der neue Messias sei. Man ist ja nichts anderes gewohnt von einem Magazin, daß in den letzten Jahren Journalisten durch Marktschreier ersetzte. Angeblich gibt es noch einfältige Gemüter welche in dem Machwerk nach seriösen Informationen suchen. Ein ähnlich sinnlos, wie frustrierendes Unterfangen. Gleich der Suche nach einem guten Michael Jackson Song der nicht 20 Jahre oder mehr auf dem Buckel hat. Das Gesetz, das wir die Politiker haben die wir verdienen, scheint auch auf unsere Medien zuzutreffen. Man trifft sich auf gleichem Niveau.
Die „Krone“ und „Österreich“ (die Zeitung) sind perfekt für unseren Kanzler. Schöne Bilder zum abmalen und immer ein paar Rechtschreibfehler zum üben. Unser Vize hingegen, freut sich über regionale Provinzblättchen wie die „Niederösterreichischen Nachrichten“ mit Neuigkeiten von der Apfelernte, Frostschäden und anderen essentiellen „Infos“, welche man heute für den internationalen Finanzmarkt braucht. Unsere Unterrichtsministerin ergözt sich über den Standard - bis jetzt das Haus & Hofblatt der Grünen. Frau Schmidt versteht wahrscheinlich nicht alles, aber findet es schön daß die immer lieb über sie schreiben und grundsätzlich streng zur allgegenwärtigen Gefahr sind, die in Österreich permanent von rechts ausgeht. Und H.C. freut sich über „Heute“ mit den breit angelegten Recherchen und unfangreichen Hintergrundinfos über Clubbings und Discos in Wien. So hat jeder was er braucht.
Und wenn mal eine Zeitung zu kritisch wird dann schaltet unsere Regierung flugs ein paar Anzeigen (Ministerien, ÖBB, Wien Energie, usw) Kostet zwar einen Patzen, aber dann sind Sie alle wieder brav und wir haben`s ja. Es ist ja erstaunlich, daß in Österreich kein Printmedium in den letzten Jahren pleite gemacht hat - trotz Krise und Internet. Nun die werden gestützt durch Steuergelder, zwar nicht direkt aber indirekt durch die tägliche Anzeigenflut. Und darum kann es sich auch „News“ leisten jeden Tag einen neuen „Mann des Jahres“ aus dem Hut zu ziehen, Trends hinauszuschreiben die es nicht gibt und quatsch zu schreiben. Denn die doppelseitige „ÖBB“ - Werbung ist sicherer wie das Amen im Gebet.
Und diese Medien erklären Assange zum Mann des Jahres. Es ist ein nicht mal schlechter Witz wenn ein Unternehmen wie „wiki leaks“ als Heilsbringer für Transparenz gefeiert wird. Ein Unternehmen das selbst im Anonymen agiert, das weder Geldflüsse noch Strukturen offenlegt und fanatische Cyberterroristen unterhält, die überall Verschwörungen sehen, nur nicht im eigenen handeln. Für diese Leute ist es völlig legitim Firmen im Internet lahmzulegen. Denn solange es gegen den großen Erzfeind USA geht ist ja jedes Mittel recht. Da gelten Gesetze nicht mehr. Denn das ist in Wahrheit „wikileaks“ - plumper Antiamerikanismus. Denn der Aufschrei über Nordkorea, China, Iran und Kuba, wo Menschen für die Meinungsfreiheit wirklich um ihr Leben rennen müssen, fehlt natürlich. Hauptsache die Amis kriegen ihr Fett ab. Und das alles aus der Anonymität des Netzes. Und dann glauben die feigen, kleinen Scheisserchen auch noch daß sie Helden sind.
„get leaked and lost“.
Andi Bauer
Die „Krone“ und „Österreich“ (die Zeitung) sind perfekt für unseren Kanzler. Schöne Bilder zum abmalen und immer ein paar Rechtschreibfehler zum üben. Unser Vize hingegen, freut sich über regionale Provinzblättchen wie die „Niederösterreichischen Nachrichten“ mit Neuigkeiten von der Apfelernte, Frostschäden und anderen essentiellen „Infos“, welche man heute für den internationalen Finanzmarkt braucht. Unsere Unterrichtsministerin ergözt sich über den Standard - bis jetzt das Haus & Hofblatt der Grünen. Frau Schmidt versteht wahrscheinlich nicht alles, aber findet es schön daß die immer lieb über sie schreiben und grundsätzlich streng zur allgegenwärtigen Gefahr sind, die in Österreich permanent von rechts ausgeht. Und H.C. freut sich über „Heute“ mit den breit angelegten Recherchen und unfangreichen Hintergrundinfos über Clubbings und Discos in Wien. So hat jeder was er braucht.
Und wenn mal eine Zeitung zu kritisch wird dann schaltet unsere Regierung flugs ein paar Anzeigen (Ministerien, ÖBB, Wien Energie, usw) Kostet zwar einen Patzen, aber dann sind Sie alle wieder brav und wir haben`s ja. Es ist ja erstaunlich, daß in Österreich kein Printmedium in den letzten Jahren pleite gemacht hat - trotz Krise und Internet. Nun die werden gestützt durch Steuergelder, zwar nicht direkt aber indirekt durch die tägliche Anzeigenflut. Und darum kann es sich auch „News“ leisten jeden Tag einen neuen „Mann des Jahres“ aus dem Hut zu ziehen, Trends hinauszuschreiben die es nicht gibt und quatsch zu schreiben. Denn die doppelseitige „ÖBB“ - Werbung ist sicherer wie das Amen im Gebet.
Und diese Medien erklären Assange zum Mann des Jahres. Es ist ein nicht mal schlechter Witz wenn ein Unternehmen wie „wiki leaks“ als Heilsbringer für Transparenz gefeiert wird. Ein Unternehmen das selbst im Anonymen agiert, das weder Geldflüsse noch Strukturen offenlegt und fanatische Cyberterroristen unterhält, die überall Verschwörungen sehen, nur nicht im eigenen handeln. Für diese Leute ist es völlig legitim Firmen im Internet lahmzulegen. Denn solange es gegen den großen Erzfeind USA geht ist ja jedes Mittel recht. Da gelten Gesetze nicht mehr. Denn das ist in Wahrheit „wikileaks“ - plumper Antiamerikanismus. Denn der Aufschrei über Nordkorea, China, Iran und Kuba, wo Menschen für die Meinungsfreiheit wirklich um ihr Leben rennen müssen, fehlt natürlich. Hauptsache die Amis kriegen ihr Fett ab. Und das alles aus der Anonymität des Netzes. Und dann glauben die feigen, kleinen Scheisserchen auch noch daß sie Helden sind.
„get leaked and lost“.
Andi Bauer
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