Warum wir
Inzwischen forcierte Peter Gabriel seine Solokarriere und gab seinen Platten nicht mal einen Titel. Bis heute werden seine Werke chronologisch geheißen: die Erste, die zweite, usw. Ein Albtraum für die Marketingabteilung der Plattenfirma. Erst das Album SO aus dem Jahre 1986, durfte sich mit einem Titel schmücken. Musikalisch zeigte sich deutlich, dass hier kein Musiker auf der Suche nach Starruhm unterwegs ist, sondern vielmehr ein Getriebener auf der der Suche nach Klängen, Rhythmen und Melodien welche er als adäquate Ausdrucksformen einsetzten kann. Musik als Sprache. Gabriels erste vier Alben (1977-82), pendeln zwischen (sehr großzügig ausgelegten) Pop, Rock & äh Kunst. Gabriels Werke sind schwierige und faszinierende Klangkörper welche Aufmerksamkeit fordern. Sein fünftes Album SO brachte 1986 nicht nur einen Albumtitel, sonder auch den großen kommerziellen Durchbruch. Das Album hatte mit „Sledgehammer“ und dem wunderbaren Duett „Don`t give up“ mit der göttlichen Kate Bush zwei Monsterhits, und war auch sonst zugänglicher und massentauglicher – was in diesem Zusammenhang nicht „schlechter“ bedeutet. Gabriel nutzte zu jener Zeit auch das Musikvideo als neue Ausdrucksmöglichkeit und schuf grandiose Clips welche heute noch zu den Klassikern des Genres zählen. Die Tantiemen der Millionenverkäufe des SO Albums sprudelten und Gabriel investierte das Geld in sein Herzensprojekt – die REALWORLD Studios. 1988 eröffnete der Künstler das Studio in England und wurde zu einem wesentlichen, wenn nicht der ausschlaggebende, Initiator für die Globalisierung von Worldmusic. „Worldmusic“ gilt als Sammelbegriff für Musik, welche nicht dem Westen (Europa, USA) entspringt. Die Realworld Studios wurden zu einem Treffpunkt für Musiker aus der ganzen Welt. Von Afrika bis Südamerika gaben sich die renommiertesten Künstler dieser Regionen die Klinke in die Hand und nahmen in den Realworld Studios ihre Musik auf. Studiobesitzer
Andi Bauer