3. April 2011
THIS PUNCH SUCKS
Ich hatte das Vergnügen, den Film mit meinem 15jährigen Sohn zu sehen (Vater-Sohn Quality Time). Dieser kommentierte den Filmabend erbarmungslos mit den Worten: „Fader Film ohne Handlung, wir hätten zuhause bleiben und X-Box spielen sollen.“ Kluger Junge.
29. August 2010
Sunday Morning Coming Down - wer zu spät kommt - den bestraft der Platzanweiser
Also liebe Action-Filmfreunde, durchladen und auf nach Innsbruck.
Ich freu mich euch dort zu sehen.
Andi Bauer
21. August 2010
Sunday Morning Coming Down - Sie werden knapp, die Filmbösewichte
- Ein Held mit einem Motiv (meist Rache oder ähnliches)
- Ganz viele Bösewichte, die es gilt zu beseitigen.
Der Rest der Geschichte ist dann schnellt geschrieben. Dann braucht man nur mehr ein paar Specialeffekts Spezialisten, Sprengstoffexperten, eine Handvoll Stuntman, jemanden der weiß wie man eine Kamera aufstellt, ein paar Kerle die Kabeln herumschleppen und einen Koch der mit Kartoffeln & Fleisch umgehen kann um die Mannschaft bei Laune zu halten. Der geneigte Leser ahnt es bereits, der Schwachpunkt sind die Bösewichte. Damit ein Actionfilm funktioniert, muss es dem Helden gestattet sein, diese zu Dutzenden mit kreativster Waffengewalt umzulegen, ohne dass sich beim Zuseher sowas wie Mitgefühl regt. Und da wird es bereits eng.
Früher – natürlich - war alles einfacher. Da gab es noch die Indianer. Gute Cowboys haben böse Indianer zu Hunderten vom Pferd geschossen. Jahrzehntelang genoss das Publikum (vorwiegend amerikanisch) die offizielle Geschichtsfälschung welche sich „Western“ nannte und strömte ins Kino. Doch irgendwann war der letzte Indianer „befriedet“ und wollte nicht mehr in die Rolle als Bösewicht passen – das war so um 1960. Zum Glück für Hollywood gab es davor einen Krieg und eine neue Spezies des Bösewichts stand zur Verfügung – Nazis und Kommunisten. Wobei die Kommunisten glimpflich davon kamen – die haben auch den Krieg gewonnen und deren Ideologie ist immer noch bei vielen Filmemachern und Schauspielern beliebt. Der Nazi jedoch, ist der idealste und dankbarste Filmbösewicht.
Obwohl sich auch hier bereits erste Abnutzungserscheinungen zeigen. Einerseits der Zahn der Zeit – die aktiven Nazis sind mittlerweile zwischen 90 Jahre und verwesend. Für einen modernen, knackigen Actionkracher nicht ideal. Anderseits ist Deutschland inzwischen nach dem USA, GB und Japan der wichtigste Filmmarkt für Hollywood. Man will ja die Kunden nicht unnötig vergraulen. Beim ersten „Stirb Langsam“ Abenteuer des tapferen Bruce Willis (1988) löste man diesen Konflikt noch elegant. Im Original waren die meisten Terroristen Deutsche, haben deutsch gesprochen und wurde von einem Deutschen namens Hans Gruber (Alan Rickman) angeführt. Als der Film synchronisiert wurde, hat man aus den Deutschen schleunigst Weltenbürger gemacht und sogar die Namen geändert. Das deutsche Publikum hat nichts gemerkt und sich brav an den Kinokassen angestellt um Bruce Willis anzufeuern „internationale“ Terroristen auszuschalten. Immer kann das natürlich nicht gut gehen. Am geschicktesten hat das wahrscheinlich George Lucas gelöst. Er hat einen Western im Weltall gedreht, nannte diesen „Star Wars“ und ersetzte die Indianer durch gesichtslose Klonkrieger. Da kann man Hunderte umlegen und niemanden juckt`s. Eine Verschnaufpause für die Deutschen brachte auch der Vietnamkrieg und diverse Konflikte in Mittel & Südamerika. So häuften sich in den 60er & 70er Jahren asiatische Bösewichte in Hollywood, während es in den 80er Jahren üblich wurde, hochgerüstete Einzelkämpfer in namenlose Staaten nach Süd & Mittelamerika zu entsenden um dort „aufzuräumen“.
Die Afrikaner haben es nie so wirklich als Bösewichter geschafft, abgesehen von einigen britischen Kriegsfilmen aus den 70er Jahren welche noch immer als rassistisch gescholten werden. Für das politisch korrekte Hollywood ist Afrika als Gegner zu heikel. Ridley Scotts Kriegsdrama „Black Hawk Down“ über die tatsächlichen Ereignisse im Bürgerkrieg von Somalia Anfang der 90 Jahre, wurde schwer gescholten. Rassistisch, unsensibel und überhaupt sind die ehemaligen Kolonalmächte schuld, dass in Afrika nix weitergeht. Äußerst heikel ist es auch Islamisten als Bösewichte einzusetzen. 1993 drehte James Cameron „True Lies“ mit Arnold Schwarzenegger, der als Top-Agent islamistische Terroristen bekämpfte und zu Dutzendenden ins Paradies beförderte. Die Vorwürfe gegen den Film waren massiv. Wie kann man nur Mitglieder dieser friedliebenden Religion als Terroristen darstellen. Noch schmerzhafter war es möglicherweise anzusehen, dass die Terroristen im Film als saublöd dargestellt wurden - unfähig eine Videokamera zu bedienen.
Nach 9/11 wurden die öffentliche Meinung der USA von Verschwörungstheoretikern wie Michael Moore, Al Goore und friedliebenden Rockmusikern & Schauspielern bestimmt – nennen wir es das: „George Clooney-Prinzip“ – Wir leben vom Kapitalismus und wettern dagegen. Dies hatte auch Auswirkung auf Hollywood. Der Feind war nicht mehr draußen sondern schon drinnen. Während in den ersten drei „Stirb langsam“ Abenteuern Bruce Willis gegen Deutsche, Südamerikaner und Engländer focht war im vierten Teil (2007) der Bösewicht ein ehemaliger CIA-Mann. So ging es munter weiter, der wackere Actionheld musste sich von nun an gegen die ausnahmslos korrupten amerikanischen Behörden durchsetzten. Kein Film mehr ohne einen Verräter auf höchster Ebene – alles verkommene Kriegstreiber. Der aktuelle Actionreißer INCEPTION bekämpft die Bösewichter überhaupt nur mehr in den Träumen. Niemand wird verletzt oder gekränkt – der perfekte Actionfilm für das neue Jahrtausend. Was bringt die Zukunft? Ein Actionfilm, wo eine Bande skrupelloser Finanzspekulanten (mit teurer Anzug und Gel im Haar) die Tochter des Helden (Bruce Willis) entführt. Dieser weiß dann was zu tun ist. Das wird ein Gemetzel. „Yippie I yeah, Schweinebacke“.
Ansonsten wird es langsam eng am Markt für Bösewichte. Es bleiben nur mehr Außerirdische und Nordkoreaner. Sylvester Stallone dessen große Zeit die 80er Jahre waren und die er mental auch nie verlassen hat, verkloppt jedoch in seinem neuen Reißer „The Expendables“ wieder mal ein paar Südamerikaner – ganz ohne Genierer und ohne Rücksichtnahme auf die politisch korrekten Saubermänner. Der traut sich was. Vielleicht hat der klassische Actionfilm doch eine Zukunft.
Wer sich davon überzeugen will, der sollte – ACHTUNG SCHLEICHWERBUNG – dem empfehle ich unbedingt zur ACTION-CON nach Innsbruck kommen.
Mehr Infos zu diesem Event gibt es hier:
www.filmclub-tirol.at
Andi Bauer
20. August 2010
Gewürzbombe
SALT von Phillip Noyce mit Angelina Jolie und Liev Schreiber
Die üblichen Schwätzer und Besserwisser sehen in dem Agententhriller SALT leidlich „eine Bourne-Verschwörung“ für Frauen. Ein Irrtum an dem das Marketing des Films nicht ganz unschuldig ist. Der Film wirbt mit dem Spruch „Who is Salt“, welcher ungeniert die „Bourne“-Filme zitiert. Und das ist keine große Sache, gehören doch geheime Identitäten bei Spionagefilmen zum Standardrüstzeug. Ansonsten bleiben die Gemeinsamkeiten beider Filme bestenfalls an der Oberfläche. Jason Bourne`s Motive sind persönlicher Natur – am Anfang wollte er seine Ruhe haben und später seine Identität ergründen. Evelin Salt hingegen, wird von ganz anderen Beweggründen angetrieben. Salt (Angelina Jolie) ist eine Topagentin bei der CIA und wird beschuldigt ein russischer Schläfer zu sein, welcher eingeschleust wurde um ein Attentat zu verüben. Salt erkennt rasch dass Sie alleine steht, flieht und führt ihren eigenen Krieg zwischen allen Fronten. Am Regiesessel operierte dabei der routinierte Handwerker Phillip Noyce. Kein Mann von großen Visionen, jedoch einer der es vorzüglich versteht, komplexere Stoffe für die Leinwand zu adaptieren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die gelungenen Verfilmungen, der sehr umfangreichen Tom Clancey-Bücher „Die Stunde der Patrioten“ und „Das Kartell“. Auch SALT ist spannend und flott inszeniert und vielleicht eine Spur zu hektisch. Nach der vermeintlichen Enttarnung hetzt Angelina Jolie von einer Actionszene in die Nächste. Der Film steigert kontinuierlich das Tempo bis zum gelungenen Finale. Dennoch, eine präzisere Zeichnung der Charaktere hätte vielleicht ein paar Minuten gekostet, jedoch dem Streifen zusätzliche Tiefe verliehen. Abgesehen davon kriegt man bei SALT das was man von einem ordentlichen Spionagethriller jenseits von James Bond erwarten darf. Eine spannende wendungsreiche Geschichte, tolle Darsteller bis in die Nebenrollen und temporeiche Action auf hohen Niveau und ohne überflüssigen digitalen Schnick Schnack. Dazu eine überzeugende Hauptdarstellerin voller Spielfreude. Man nimmt Angelina Jolie die Rolle der zwielichtigen Agentin in jeder Einstellung ab – die gute scheint ihre Abwechslung zur Mutterrolle zu genießen. SALT hat überraschend viel Chili und man freut sich nach dem Abspann auf eine (hoffentlich) gepfefferte Fortsetzung – und das war es für heute aus der Gewürzküche.
Andi Bauer
14. Februar 2010
Das Schaf im Wolfspelz
The Wolfman von Joe Johnston im Kino
Benicio del Toro gilt als gefeierter und geschätzter Nebendarsteller. Nur mit den Hauptrollen scheint es nicht so recht zu klappen. Seine erste große Hauptrolle war die des Ernesto „Che“ Guevara in der Verfilmung von Stephen Soderberg. Doch niemand wollte dieses ideologisch fragwürdige und zu verklärende Epos vom verhinderten Helden und vermeintlichen Heiligen „Che“ im Kino sehen. Manchmal haben die Menschen doch ein Gefühl fürs Reale und nicht für linke Träumereien – aber dies nur am Rande.
Das Remake vom Wolfman (1941) soll es jetzt für Benicio richten und den Weg zum Superstar ebnen. Zur Untermauerung hat der gebürtige Puertoricaner gleich mitproduziert. Was auch immer das bedeuten mag, bei sechs aufgelisteten Produzenten. Der Film selbst stand vom Anfang an unter keinem guten Mond - pardon - Stern. Regisseure wurden ausgetauscht, der Start mehrmals verschoben und das Budget explodierte auf 150 Millionen Dollar. Am Ende erwartet den Zuseher ein solider Horrorthriller mit gelungenen Schockeffekten, einer nicht zu Ende gedachten Geschichte und Schauspielern welche offensichtlich vom Regisseur im Stich gelassen wurden. Auf der Habenseite sind die wirklich tollen Effekte, welche bei der Verwandlung zum Wolf so gar nicht nach Computertricks aussehen und ein wohliges Retrogruseln auslösen. Umso enttäuschender ist es, die bereits eh schon dünne Geschichte nicht konsequent zu Ende zu erzählen.
Bereits in den ersten 15 Minuten werden die Karten verteilt und nicht mehr neu gemischt. Der heimkehrende verlorene Sohn (Benicio del Toro), der ermordete Bruder, dessen trauernde Verlobte und der distanzierte Vater mit einem dunklen Geheimnis (Anthony Hopkins). Auch dabei, der abgebrühte Polizeichef (Hugo Weaving) welcher hauptsächlich wartet und beobachtet und an dem die Ereignisse vorbeilaufen zu scheinen. Das ein Monstrum am Tode des Bruders schuld ist, wird schnell klar. Trotzdem braucht die Geschichte erstaunlich lange um in Schwung zu kommen und schleppt sich durch alte staubige Schlösser, dunkle Wälder und nebelige Wege durchs Moor. Es gibt keine Sonne und keine Freude in diesem Film. Das Unheil lauert hinter jedem Baum. Der Versuch von Regisseur Johnston Atmosphäre aufzubauen ermüdet zunehmend. Schon bald will man keinen nebeligen Wald mehr sehen. Das kurze Intermezzo in London bietet eine angenehme Abwechslung, reicht aber nicht um den Schwung ins Finale mitzunehmen. Leider verzichtet Johnston nahezu völlig sich seinen durchwegs interessanten Figuren zu widmen. Deren Motive bleiben im Dunkeln, die Liebesgeschichte ist nicht glaubwürdig und das Ende letztlich enttäuschend. Der Zuseher bleibt mit Fragen zurück. Nein, werter Benicio der Wolfman wird auch nicht zum großen Ruhm gereichen. Sorry, Next try, Please.
Andi Bauer
10. Januar 2010
Sunday Morning Coming Down - Computerspielfilm
Gedanken zum Film Gamer von Mark Neveldine & Brian Taylor
Angenommen, Sie spielen einen „Ego-Shooter“ auf Ihrer Konsole – ach so, Sie spielen keine Computerspiele – dann können Sie den ersten Absatz getrost überspringen. Für alle Anderen. Sie spielen eine realistischen „Ego-Shooter“ schalten alle Feinde aus und kämpfen sich bis zum Endgegner vor, welcher sich als Memme herausstellt und von einem einbeinigen Pazifisten besiegt werden könnte. Ungefähr so fühlt man sich nach dem Film Gamer.
Ein attraktiver Charakter kämpft sich durch eine provokant, interessante Geschichte und wird dabei von einer halsbrecherisch aggressiven Regie regelrecht durch den Film geblasen, um am Ende dann vom Drehbuch verraten zu werden. Diese Luschen von Regisseuren wollten cool sein und schafften es nicht, ihren anfänglichen Mut konsequent ins Ziel zu bringen und verschenken damit eine tolle Geschichte. Aber genug des Ärgers, das Thema von Gamer ist zwar nicht neu aber immer noch wichtig.
In einer nicht so fernen Zukunft wird die Bevölkerung durch moderne Gladiatorenkämpfe mit realen Menschen via TV ruhig gestellt. Funktioniert ja seit den Römern recht gut. Im Film wurde das Thema bereits 1988 mit Arnold Schwarzenegger in Runnig Man erfolgreich abgefackelt, wie auch zuvor in Rollerball (1975). Es folgten weitere Filme zum Thema und gipfelten in Death Race mit Jason Statham (2008). Gamer nimmt das Grundthema „Verblödung der Massen“ auf und führt es in eine nicht all zu ferne und erschütternde Zukunft. „Second Life“ – das Steuern eines zweiten, digitalen Ichs in einer virtuellen Welt hat sich weiterentwickelt. Nun können Menschen andere Menschen fernsteuern, welche willenlos allen Befehlen gehorchen.
Die „Spieler“ können mittels Gehirnmanipulation mit realen Menschen „spielen“ und schicken somit zum Tode verurteilte Sträflinge in den Ring um sich gegenseitig abzuschlachten. Und Milliarden sehen begeistert zu. Wenn einer der Gefangenen 30 Runden überlebt winkt die Freiheit. Kable (Gerard Butler) steht bereits in der 27. Runde und scheint unbesiegbar, das darf natürlich nicht sein und die Show Produzenten mischen sich ein.
Gamer zeigt eine Welt welche in einer Zeit der Internetsucht und der immer extremer werdenden Reality Shows nicht mehr so fern scheint. Der Film versorgt den Zuseher mit schmerzhaften, extremen Bilder und Schnitten welchen das menschliche Auge nicht mehr folgen kann. Die Actionszenen wirken nicht zufällig wie ein Computerspiel mit Verzerrungen, Rauschen, Verwacklungen und verrückten Schnitten und Kameraeinstellungen. Es ist nur konsequent, dass die Regisseure durch ihren Stil eine völlig entfremdete Welt schaffen welche den Zuseher nur mehr anekelt - Wir sind am besten Weg dorthin. Gamer ist visionäres Actionkino welches vom Zuseher viel abverlangt und die Grenzen der Realität schmerzvoll dehnt. Könnte ein großer Film sein wenn die Kerle das Ende nicht verschenkt hätten – Aber das sagte ich bereits. Das Thema der Vergnügungssucht, des Voyeurismus und der Abhängigkeit von den neuen elektronischen Medien bleibt jedoch brandaktuell. Und was hat das mit uns zu tun? Eigentlich nicht viel. Denn wir haben ja bereits zwei Internetfreie Tage in der Woche für uns eingeführt und auch gelernt nicht ständig unsere e-mails abzurufen. Wir schalten das Handy aus, und heben nicht jedes Mal ab wenn jemand anruft. Ständig erreichbar sein zu müssen, haben wir gegen lange Spaziergänge ohne Handy ausgetauscht. Von Dieter Bohlen haben wir noch nie was gehört und Reality Shows im TV noch nie gesehen. Puh, noch mal Glück gehabt. Aber die „Anderen“ – die wird es leider voll erwischen.
Andi Bauer
30. Mai 2008
Indy & George & Frank (ohne Kristallschädel)
Kritik
Indiana Jones und das Geheimnis des Kristallschädels
von Steven Spielberg * * * ½ (von 5 möglichen sternen)
Vor drei Jahren schrieb Frank Darabont ein Drehbuch für Indiana Jones 4. Darabont ist nicht irgendwer, er hat die Drehbücher für „The green mile“ und „Die Verurteilten“ geschrieben und auch bei besagten Filmen Regie geführt. Warum ich das erwähne? Nun, Harrison Ford und Steven Spielberg waren beigeistert von Darabont`s Buch, nur Produzent George Lucas mochte es nicht. Spielberg spricht heute in Interviews darüber das ihm die Freundschaft zu George Lucas wichtiger sei war über das Drehbuch zu streiten. Somit wurde David Koepp beauftragt ein neues Buch zu schreiben und das Ergebnis liegt jetzt vor und heißt „Indiana Jones und das Geheimnis des Kristallschädels“. Es ist schön für Steven Spielberg dass ihm die Freundschaft zu George Lucas soviel bedeutet, der zahlende Kinobesucher beurteilt die Sache vielleicht anders. Und macht sich unter Umständen Gedanken über das abgelehnte Buch. Denn – soviel darf man verraten – die vorliegende Geschichte über Kristallschädel angereichert mit unnötigen Science Fiktion Elementen kann nicht sehr viel.
Natürlich ist der Film auch ohne geniale Geschichte toll. Spielberg ist ein begnadeter Regisseur und weiß auch ohne zwingende Story wie man das Publikum bei der Stange hält. Harrison Ford spielt gut gelaunt die Rolle seines Lebens und schafft es augenzwinkernd sein natürliches Alter in die Rolle einzufügen. Indys erste Liebe Marion (Karen Allen) ist wieder dabei - Übrigens eine Idee von Frank Darabont welche übernommen wurde. Die Action ist natürlich vom Feinsten. Ironisch und mit gehörigem Tempo. Cate Blanchett zeigt als toughe Kommunistin das sie wirklich JEDE Rolle spielen.
Ray Winston als Indys Kumpel bleibt leider blass, seine Rolle ist auch zu vorhersehbar. Unverständlich ist auch der Hype um Shia LeBeouf der Indys Sohn spielt. Er wird voraussichtlich ein ähnliches Schicksal erleiden wie Hayden Christian als Anakin Skywalker. Vielleicht auch eine Idee von George Lucas. Leider, der neue Indy belegt dass der einst große Filmemacher George Lucas seit 30 Jahren keine vernünftigen Ideen mehr hat und sich zunehmend ihn selbstverliebte Projekte versteigt. Sei es mit der Wahl der Darsteller oder der Geschichten. Der Mann weiß schon lange nicht mehr was beim Publikum ankommt. Es ist unglaublich aber der Film ist streckenweise sogar langatmig – weil die Geschichte einfach nichts hergibt. Es ist Steven Spielberg und seinen Hauptdarstellern zu verdanken das Indiana Jones IV letztlich doch noch zu einem unterhaltsamen Sommerfilm wurde. Dass hier viel mehr drin war wissen alle Beteiligten und die Zuseher spätestens nach 90 Minuten denn dann kommt das Finale und das kann selbst Spielberg nicht mehr retten. Schade.