Es ist verständlich dass ältere Menschen – wie der Autor dieser Zeilen – gerne die Musik & Filme ihrer Jugend konsumieren. Man fühlt sich halt wieder jung und die alten Säfte fließen wieder. Das hat die Wirtschaft auch irgendwann entdeckt und belästigt seitdem die Konsumenten mit Revivals von der „guten“ alten Zeit. Zuerst waren es die 60er Jahre. Gerne – die Musik war durchwegs toll, James Bond hieß noch Sean Connery, und Liebe & Friede sind ja was Schönes. Dann wurden die 70er Jahre ausgegraben. Glockenhosen, Punk & Abba. Haben wir auch noch ertragen. Das widerstandsfähigste und langlebigste Revival scheinen jedoch die 80er Jahre zu sein. Dieses wurde vor ca. 10 Jahren begonnen und geht nicht mehr weg. Warum eigentlich? Es war eine schreckliche Zeit. Ich weiß das, ich war dabei – quasi mittendrin. Die Yuppies und rücksichtloser Hedonismus dominierten die Gesellschaft, der kalte Krieg tobte und die heimischen Politiker erklärten uns, dass die Pensionen gesichert seien (ja, die Ihren). Die Charts wurden dominiert von Plastik-Pop & New Wave: Pet Shop Boys, A-Ha, Depeche Mode & Duran Duran – und das sind die Guten!!! Hardrock mutierte endgültig zu einem schlechten Witz, den die Protagonisten todernst nahmen. Langhaarige Egomanen, Gitarrenfresser und Schreihälse spreizten Ihre - in Spandex gehüllten - Beine und verkauften Millionen. Darunter die Scorpions, Bon Jovi, Def Leppard & Europe (und das sind die Erträglichen). MTV reckte sein hässliches Haupt und startete mit dem hauseigenen Gesinnungsterror (Wir wissen was cool ist – der Rest findet nicht statt). Die interessanten Entwicklungen und Revolutionen werden mundtot gemacht (Hip Hop) oder ignoriert (Indierock). Auch im Kino herrschte die witzlose Leere. Komödien waren peinlich unlustig (Police Academy). Dazwischen herrschte kunstvolles Betroffenheitskino (Gandhi, Schrei nach Freiheit & The Killing Fields). Nie war sich die Volksmeinung einiger: „Die hattens schon schwer, damals in Indien und Afrika, die armen Hatscherl – da müssma schon was spenden“. Auch der Actionfilm war bierernst. Seagal, Van Damme, Stallone & Schwarzenegger kämpften an allen Fronten gegen Kommunisten und andere Gegner der freien Welt. Gefangene wurden zwar befreit, jedoch keine gemacht. Die befreiende Ironie zog erst Ende der 80er Jahre ins Actionkino ein durch Stirb langsam & Lethal Weapon. Trotzdem oder deshalb, setzt Hollywood auf die 80er Jahre. Gleich drei Ideen werden recycelt. Mit großem Erfolg läuft bereits in den USA das Remake von Karate Kid. Unbegreiflich, war bereits das Original stinkfad und mit unerträglicher Moral angesäuert. Asiatische Weisheiten für den westlichen Markt zurechtgestutzt. „Du musst an den Bonsai glauben“ und ähnlicher Quatsch wurde abgesondert. Ein Remake das niemand braucht und jeder sehen will. Zweiter Anwärter in der Kategorie – wir haben keine Ideen und machen trotzdem Filme – ist die Verfilmung der charmanten Serie „A-Team“. Zugegeben, die Vorschau wirkt recht witzig und mit Liam Neeson als zigarrenpaffenden Hannibal scheint ein Besetzungscoup gelungen zu sein. Es bleibt nur zu hoffen, dass es auch eine Geschichte gibt und dass die Zigarre im letzten Moment nicht rausretuschiert wird – im rauchfreien Europa. Der vorläufig letzte Wiederholungstäter ist „Predators“, eine versteckte Fortsetzung des Schwarzenegger Reißer von 1987. Charakterdarsteller und Oscar-Preisträger Adrian Brody wollte wohl auch mal ein bisschen Krieg spielen und agiert als rücksichtsloser Söldner im Kampf gegen die Jäger aus dem Weltall. Ihm zur Seite ballern und sterben die üblichen austauschbaren Figuren aus aller Herren Länder, welche nach dem Prinzip der „10 kleinen Negerlein“ als Monsterfutter dienen dürfen. Die Mischung aus Remake und Fortsetzung ist so ideenarm, dass man im Vergleich dazu, das Original als klugen und perfekt choreographierten Actionfilm wahrnimmt. Zumindest hat Arnie weder dämlich im Dschungel herumgeflirtet, noch überflüssig herumgequatscht, sondern dem Vieh gezeigt wo „der Bartl den Most herholt“. War vielleicht doch nicht alles schlecht in den 80er Jahren.
Andi Bauer
11. Juli 2010
4. Juli 2010
…….Nix los…..
Unser lustiges Duo an der Regierungsspitze – nennen wir die Herren freundlicherweise „Dick & Doof“ – hat also beschlossen, dass Österreich kein Budget braucht. Zumindest nicht so dringend und verschiebt das Ganze auf Weihnachten. Ideal für ein paar Sparpakete und andere Geschenke an den dankbaren Steuerzahler. Nun, a bisserl Angst haben sie auch vorm Wiener Bürgermeister, der ja im Herbst wiedergewählt werden will. Darum warten die Herren „Mut“ und „Entscheidungskraft“ lieber noch mit den schlechten Nachrichten. Und diese globale Wirtschaftskrise betrifft ja uns Österreicher eh net wirklich. „Wir sind wir“ - auf der Insel der Seligen. Was das mit Popmusik zu tun hat? Leider nicht allzu viel, denn offensichtlich nehmen selbst Spaßvögel wie Robbie Williams und Lady Gaga ihren Job viel ernster als unsere Clowns von der Regierung. Die arbeiten nämlich. Und die Lady Gaga hat wieder mal einen Weltrekord gebrochen. Mehr als 10 Millionen Fans hat die Gute auf Facebook. Da heißt es dann organisiert zu sein, damit jeder seine Geburtstagskarte und sein Weihnachtspackerl kriegt, wie es bei Freunden so usus ist. Ich mag ja Facebook, obwohl ich die Sprache nicht verstehe. Die schreiben immer solche Stricherl, Beistriche und Klammerzeichen und vergessen dazwischen Worte zu setzen. Aber wahrscheinlich haben die vor lauter guten Freunden keine Zeit oder einfach nichts zu sagen.
Ansonsten gibt’s immer noch keine vernünftigen Filme im Kino, weil die Verleiher alles in den Mai gequetscht oder auf Juli verschoben haben, aus Angst vor der Kicker-Konkurrenz in Südafrika. Ist ja auch bald vorbei. Leider habe ich beim Diego Maradona während dem Spiel gegen die Teutonen seine Luftsprünge und das Abbusserln seiner Spieler vermisst. Seltsam, er wirkte zeitweise so ruhig wie ein buddhistischer Mönch während der Morgenmeditation. Schade, mir hat sein fröhliches Wesen gut gefallen. Vielleicht klappt’s wieder beim nächsten Spiel – so ca. in vier Jahren.
Ja, liebe Leser, ihr habt es schon gemerkt. Heute habe ich nicht viel zu sagen in meiner Kolumne und es ist auch zu heiß. Nächsten Sonntag gibt’s wieder mehr. Versprochen - so wahr Brasilien Weltmeister wird.
Andi Bauer
Ansonsten gibt’s immer noch keine vernünftigen Filme im Kino, weil die Verleiher alles in den Mai gequetscht oder auf Juli verschoben haben, aus Angst vor der Kicker-Konkurrenz in Südafrika. Ist ja auch bald vorbei. Leider habe ich beim Diego Maradona während dem Spiel gegen die Teutonen seine Luftsprünge und das Abbusserln seiner Spieler vermisst. Seltsam, er wirkte zeitweise so ruhig wie ein buddhistischer Mönch während der Morgenmeditation. Schade, mir hat sein fröhliches Wesen gut gefallen. Vielleicht klappt’s wieder beim nächsten Spiel – so ca. in vier Jahren.
Ja, liebe Leser, ihr habt es schon gemerkt. Heute habe ich nicht viel zu sagen in meiner Kolumne und es ist auch zu heiß. Nächsten Sonntag gibt’s wieder mehr. Versprochen - so wahr Brasilien Weltmeister wird.
Andi Bauer
29. Juni 2010
…Na, was jetzt, Bob?
Als Bob Dylan in den 60er Jahren Folksongs mit Antikriegsbotschaften sang wurde er von Fans und Kritikern geschätzt und respektiert.
Als Bob dann Rockmusik mit kryptischen Texten machte, wollten seine Fans und Kritiker wieder Folksongs für den Frieden von Bob.
Als Bob in den 70ern Countrysongs mit persönlichen Texten machte, wollten seine Fans und Kritiker, dass Er wieder kryptische Rocksongs macht.
Als Bob in den 80ern Gospelsongs mit christlichen Texten machte, wollten seine Fans und Kritiker dass er gar nichts mehr macht.
Heute macht Bob immer noch Musik – Blues, Folk, Gospel, Country & Rock. Seine Fans und Kritiker finden ihn genial und wussten das immer schon und wollen, dass er das noch lange macht.
Und Bob macht, das was er immer machte. Gute Musik mit klugen Texten - manchmal durchschnittlich, meist sehr gut, oft genial - jedoch nicht immer nach den Erwartungen der Hörer.
Andi Bauer
Als Bob dann Rockmusik mit kryptischen Texten machte, wollten seine Fans und Kritiker wieder Folksongs für den Frieden von Bob.
Als Bob in den 70ern Countrysongs mit persönlichen Texten machte, wollten seine Fans und Kritiker, dass Er wieder kryptische Rocksongs macht.
Als Bob in den 80ern Gospelsongs mit christlichen Texten machte, wollten seine Fans und Kritiker dass er gar nichts mehr macht.
Heute macht Bob immer noch Musik – Blues, Folk, Gospel, Country & Rock. Seine Fans und Kritiker finden ihn genial und wussten das immer schon und wollen, dass er das noch lange macht.
Und Bob macht, das was er immer machte. Gute Musik mit klugen Texten - manchmal durchschnittlich, meist sehr gut, oft genial - jedoch nicht immer nach den Erwartungen der Hörer.
Andi Bauer
27. Juni 2010
Sunday Morning coming Down - Italienische Fußballer, Michael Jackson und andere Fehltritte
Ich mag Fußball. Und ich mag die Experten. Brillant und treffsicher wie Meinungsforscher – die „Absolute für die SPÖ und 20 % für die Grünen im Burgenland – mindestens“. Ein Glück das die Kerle nicht für messbare Leistungen bezahlt werden. Wären allesamt Sozialfälle. Nicht anders beim Fußball. „Die Franzosen und Italiener sind Topfavoriten“ meinte Herbert „Schneckerl“ Prohaska. „Die Spanier sind unschlagbar und fix Weltmeister“ (sagte sein Kollege Krankl – den Schweizern hat das aber niemand gesagt). Weitere Expertenmeinungen: „Mit den Deutschen ist zu rechnen und die Serben sind sowieso der Geheimtipp“. „Keine Chance haben Zwerge wie Honduras, die Slowakei & Japan“. Kompetente Expertisen. Lehrreich und erhellend für uns Unwissende. Wir staunen und schweigen. Aber vielleicht sollte der „Schneckerl“, doch seinen italienischen Freunden verklickern, dass es erlaubt ist, das fußballerische Können vom Beginn an auszuspielen und man nicht bis auf die letzten 15 Minuten des dritten Spiels warten muss. Die Taktik der Azzurris aus den ersten drei Spielen drei Punkte rauszuholen und so irgendwie aufzusteigen ist ja nicht ganz aufgegangen. Als erste Konsequenz wird kein Eis mehr in die Slowakei exportiert.
Und wenn wir gerade so nett über Untote plaudern, die sich weigern zu gehen, können wir auch Michael Jackson wieder mal vors Mikro holen. Übrigens – „Der größte Star aller Zeiten“ (O-Ton Ö3 vom 26.6.). Und ich dachte das wäre so jemand wie Mozart, Goethe, Alexander der Große oder Jesus, aber was wissen wir schon. Nun, nachdem der Lauser sein eigenes Tributkonzert in Wien verpasst hat und sich auch sonst seit einem Jahr recht rarmacht, gibt’s zumindest von der Seite des schnöden Mammons frohe Kunde. Eine Milliarde Dollar hat Jackson seit seinem öffentlichen „Verschwinden“ vor einem Jahr umgesetzt. Mit Kino, DVDs, TV-Auswertungen, T-Shirts, Kaffeetassen und all dem anderen „Merchkram“. Nicht zu vergessen: die Musik. 15 Millionen CDs in den USA und 35 Millionen in Europa wurden seit Juli 2009 verkauft. Um auf solche Zahlen zu kommen brauchen sogar Megastars wie U2 Zehn bis Fünfzehn Jahre. Wobei die wackeren Iren den kommerziellen Nachteil haben, dass sie noch leben. Das scheint die Geschäfte doch erheblich zu blockieren. Die Plattenfirma von Jackson hat es unverblümt gesagt, dass man sich bei der Nachlassverwaltung stark an Elvis Presley orientieren wird. Und zwar nicht an die Zeit wo der Gute noch fröhlich tanzte und sang, sondern an die letzten 30 Jahre nach seinem Tod. Kein anderer Künstler wurde vor und insbesondere nach seinem Ableben so professionell ausgequetscht wie Elvis Presley. Jedes Jahr gibt es irgendein Jubiläum zu feiern, natürlich mit unveröffentlichten Liedern, unvermeidlichen Hits und dem ganzen Krempel. Es gibt offensichtlich genug Deppen, welche dieselben Lieder jedes Jahr in einer neuen Verpackung wieder kaufen. Man darf sich also auf einiges gefasst machen bezüglich Michael Jackson. Die nächsten Jahre werden grausam. Im Monats Takt wird uns Sony mit „unveröffentlichten“ Liedern und den großen Hits vom guten Michael belästigen. Als ich 2006 noch im Musikeinkauf tätig war, fragte ich beim Chef von Jacksons Plattenfirma in Österreich unschuldig nach, wann denn mit einer neuen CD des Superstars zu rechnen ist. „Wir warten dass der stirbt, ansonsten verkauft der nix mehr“ war die nonchalante Antwort. Recht sollte er behalten, der Herr Manager.
Dies kann gleichzeitig als Warnung für andere ältere Künstler betrachtet werden. Wer weiß ob nicht in so manchen Chefbüros, demnächst das vorläufige Ableben eines schwächelnden Stars beschlossen wird. Also liebe Altstars im Karrieretief – aufpassen. Ganz spontan kommen mir da Sting, Ozzy Osbourne, Phil Collins, Rod Stewart und Paul McCartney in den Sinn. Auch Madonna und Whitney Houston sind akut gefährdet – die hatten auch schon mal bessere Zeiten. Ja, die Musikbranche – fast so spannend und geschäftstüchtig wie der Fußball.
Andi Bauer
Und wenn wir gerade so nett über Untote plaudern, die sich weigern zu gehen, können wir auch Michael Jackson wieder mal vors Mikro holen. Übrigens – „Der größte Star aller Zeiten“ (O-Ton Ö3 vom 26.6.). Und ich dachte das wäre so jemand wie Mozart, Goethe, Alexander der Große oder Jesus, aber was wissen wir schon. Nun, nachdem der Lauser sein eigenes Tributkonzert in Wien verpasst hat und sich auch sonst seit einem Jahr recht rarmacht, gibt’s zumindest von der Seite des schnöden Mammons frohe Kunde. Eine Milliarde Dollar hat Jackson seit seinem öffentlichen „Verschwinden“ vor einem Jahr umgesetzt. Mit Kino, DVDs, TV-Auswertungen, T-Shirts, Kaffeetassen und all dem anderen „Merchkram“. Nicht zu vergessen: die Musik. 15 Millionen CDs in den USA und 35 Millionen in Europa wurden seit Juli 2009 verkauft. Um auf solche Zahlen zu kommen brauchen sogar Megastars wie U2 Zehn bis Fünfzehn Jahre. Wobei die wackeren Iren den kommerziellen Nachteil haben, dass sie noch leben. Das scheint die Geschäfte doch erheblich zu blockieren. Die Plattenfirma von Jackson hat es unverblümt gesagt, dass man sich bei der Nachlassverwaltung stark an Elvis Presley orientieren wird. Und zwar nicht an die Zeit wo der Gute noch fröhlich tanzte und sang, sondern an die letzten 30 Jahre nach seinem Tod. Kein anderer Künstler wurde vor und insbesondere nach seinem Ableben so professionell ausgequetscht wie Elvis Presley. Jedes Jahr gibt es irgendein Jubiläum zu feiern, natürlich mit unveröffentlichten Liedern, unvermeidlichen Hits und dem ganzen Krempel. Es gibt offensichtlich genug Deppen, welche dieselben Lieder jedes Jahr in einer neuen Verpackung wieder kaufen. Man darf sich also auf einiges gefasst machen bezüglich Michael Jackson. Die nächsten Jahre werden grausam. Im Monats Takt wird uns Sony mit „unveröffentlichten“ Liedern und den großen Hits vom guten Michael belästigen. Als ich 2006 noch im Musikeinkauf tätig war, fragte ich beim Chef von Jacksons Plattenfirma in Österreich unschuldig nach, wann denn mit einer neuen CD des Superstars zu rechnen ist. „Wir warten dass der stirbt, ansonsten verkauft der nix mehr“ war die nonchalante Antwort. Recht sollte er behalten, der Herr Manager.
Dies kann gleichzeitig als Warnung für andere ältere Künstler betrachtet werden. Wer weiß ob nicht in so manchen Chefbüros, demnächst das vorläufige Ableben eines schwächelnden Stars beschlossen wird. Also liebe Altstars im Karrieretief – aufpassen. Ganz spontan kommen mir da Sting, Ozzy Osbourne, Phil Collins, Rod Stewart und Paul McCartney in den Sinn. Auch Madonna und Whitney Houston sind akut gefährdet – die hatten auch schon mal bessere Zeiten. Ja, die Musikbranche – fast so spannend und geschäftstüchtig wie der Fußball.
Andi Bauer
20. Juni 2010
Sunday Morning Coming Down - Don`t You Dare miss it - Bob Dylan Live
Sechzigjährige mit Tränen in den Augen – Mehr Glatzen und graue Haare als bei der Wiener Seniorenmesse – dazwischen ausgelassen tanzende und singende Jugendliche – auf der Bühne fünf junge Musiker in schwarzem Leder – mitten unter ihnen ein 69jähriger gewandet in einem weißen Südstaatenanzug mit Gauchohut und Bärtchen. Dieser wirkte wie ein argentinischer Mafioso welcher mit Gitarre, Orgel und Mundharmonika seine Lieder darbot und nicht richtig singen kann.
So war es beim Bob Dylan Konzert in Dornbirn. Seit 1988 ist der sture Alte auf seiner „Neverending Tour“, spielt bis zu 200 Konzerte im Jahr, hält sich an keine Konventionen, Marketingpläne oder andere Erwartungen kleingeistiger Manager, Journalisten & vermeintlicher Experten. Dylan spielt schon lange keine „Greatest Hits – Konzerte“ mehr. Vielmehr dekonstruiert er seine bekannten Lieder fast bis zur Unkenntlichkeit, arrangiert um und variiert nach Lust und Laune. „A Work in Progress“ wie man so schön sagt. Dylan startete als Folksänger, wandte sich später dem Rock, Country und Gospel zu, um jetzt seine Lieder zum Blues heimzuführen. Unterstützt wird er dabei von einer jungen hungrigen Band, welche gut geölt interagiert, mit einer ordentlichen Prise Salz & Pfeffer und leider einer Spur zu wenig Essig. Das ist dem vergnügen jedoch nicht wirklich abträglich. Das Konzert in Dornbirn startet mit einer rotzig, rockigen Version von „Leopard-Skin Pill-Box Hat“.
Das anschließende Don`t Think Twice wird als hatschender Blues serviert. „Just Like Tom Thumb`s Blues“ wurde zerlegt und neu zusammengefügt. Auch beim Klassiker „Just Like A Woman“ blieb keine Note wie sie war. So ging es den ganzen Abend, ein Ratespiel welchen Song hier Bob neu Interpretiert. „Honest With Me“ from großartigen „Love And Theft“ Album rockte wie Sau und wurde in Punkto Dynamik nur noch von „Highway 61“ übertroffen. Hier brannte die Band lichterloh, während der Meister, gleich einem Priester, die Orgel malträtierte um die gläubigen Massen aus der Dunkelheit zu führen. Vordergründig betrachtet agierte Dylan wie ein clownesker Zeremonienmeister und doch dirigierte er die Band messerschaft mit kleinsten Gesten. Die zwei Zugaben ließen beim Publikum dann alle Dämme brechen. Der beste Rocksong aller Zeiten – „Like A Rolling Stone“ – kommt als zerdehnte und zerknirschte Hardrockvariante angehumpelt – grandios und unzerstörbar. „How does it feel to be on your own”…….weise Worte eines ewig Suchenden. Dann folgte das Schlusswort. Und ein besseres hätte er nicht liefern können, als sein schönstes Liebeslied zu spielen. „Forever Young“ wird als zerschossene, dreckige Bluesballade dargeboten und somit konsequent in den Heimathafen zurück gelotst. Denn auch Bob weiß, dass es die ewige Jugend nicht gibt. Durch die permanente Umgestaltung seiner Klassiker zeigt er uns allen um was es im Leben wirklich geht. Wachstum, Veränderung und die Suche. Dafür braucht der Alte keine Worte sondern spielt einfach seine Lieder, so wie er sie derzeit empfindet und ist damit mehr bei sich selbst, als die meisten von Erwartungen und Erfolg getriebenen Musiker und Künstler.
Andi Bauer
So war es beim Bob Dylan Konzert in Dornbirn. Seit 1988 ist der sture Alte auf seiner „Neverending Tour“, spielt bis zu 200 Konzerte im Jahr, hält sich an keine Konventionen, Marketingpläne oder andere Erwartungen kleingeistiger Manager, Journalisten & vermeintlicher Experten. Dylan spielt schon lange keine „Greatest Hits – Konzerte“ mehr. Vielmehr dekonstruiert er seine bekannten Lieder fast bis zur Unkenntlichkeit, arrangiert um und variiert nach Lust und Laune. „A Work in Progress“ wie man so schön sagt. Dylan startete als Folksänger, wandte sich später dem Rock, Country und Gospel zu, um jetzt seine Lieder zum Blues heimzuführen. Unterstützt wird er dabei von einer jungen hungrigen Band, welche gut geölt interagiert, mit einer ordentlichen Prise Salz & Pfeffer und leider einer Spur zu wenig Essig. Das ist dem vergnügen jedoch nicht wirklich abträglich. Das Konzert in Dornbirn startet mit einer rotzig, rockigen Version von „Leopard-Skin Pill-Box Hat“.
Das anschließende Don`t Think Twice wird als hatschender Blues serviert. „Just Like Tom Thumb`s Blues“ wurde zerlegt und neu zusammengefügt. Auch beim Klassiker „Just Like A Woman“ blieb keine Note wie sie war. So ging es den ganzen Abend, ein Ratespiel welchen Song hier Bob neu Interpretiert. „Honest With Me“ from großartigen „Love And Theft“ Album rockte wie Sau und wurde in Punkto Dynamik nur noch von „Highway 61“ übertroffen. Hier brannte die Band lichterloh, während der Meister, gleich einem Priester, die Orgel malträtierte um die gläubigen Massen aus der Dunkelheit zu führen. Vordergründig betrachtet agierte Dylan wie ein clownesker Zeremonienmeister und doch dirigierte er die Band messerschaft mit kleinsten Gesten. Die zwei Zugaben ließen beim Publikum dann alle Dämme brechen. Der beste Rocksong aller Zeiten – „Like A Rolling Stone“ – kommt als zerdehnte und zerknirschte Hardrockvariante angehumpelt – grandios und unzerstörbar. „How does it feel to be on your own”…….weise Worte eines ewig Suchenden. Dann folgte das Schlusswort. Und ein besseres hätte er nicht liefern können, als sein schönstes Liebeslied zu spielen. „Forever Young“ wird als zerschossene, dreckige Bluesballade dargeboten und somit konsequent in den Heimathafen zurück gelotst. Denn auch Bob weiß, dass es die ewige Jugend nicht gibt. Durch die permanente Umgestaltung seiner Klassiker zeigt er uns allen um was es im Leben wirklich geht. Wachstum, Veränderung und die Suche. Dafür braucht der Alte keine Worte sondern spielt einfach seine Lieder, so wie er sie derzeit empfindet und ist damit mehr bei sich selbst, als die meisten von Erwartungen und Erfolg getriebenen Musiker und Künstler.
Andi Bauer
13. Juni 2010
Sunday Morning Coming Down - Das beste Lied aller Zeiten………….
1995 führte Ö3 eine Umfrage nach dem besten Lied aller Zeiten durch. Die Hörer wählten damals „Simply the Best“ von Tina Turner. Auf Platz landete der Rapper Coolio mit „Gangstas Paradise“. Nochmals Danke liebe Ö3 Gemeinde. Vor fünf Jahren führte Österreichs Staatsfunk eine ähnliche Wahl durch. Bei dieser wurde „Summer of 69“ zum besten Lied aller Zeiten gewählt. Um nur keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Ich mag den Bryan Adams und hab ihn sogar dreimal live gesehen (85, 88, 92). Aber diese Wahlen sind ein Witz, über den niemand lachen kann. Inzwischen werden wir im Wochenrhythmus mit irgendwelchen Hitlisten, seitens der deutschen TV-Sender belästigt. Bester Sommerhit, bester Discohit, bester Filmhit. Es reicht. Ich verwehre mich dagegen bei Popmusik ähnlich demokratische Spielregeln zuzulassen wie in der Politik. Das Österreich von einer Mischung aus Wiener Wohnen und dem Bauernbund regiert wird, haben wir vielleicht nicht anders verdient. Popmusik ist jedoch zu wichtig, um Sie Dilettanten zu überlassen.
Daher stelle ich hier den Antrag nur Menschen an Wahlen für popmusikalische Belange zuzulassen, welche folgende Kriterien erfüllen.
Der Kandidat muss fünf Lieder der Beatles kennen ohne auf Google oder Wikipedia zuzugreifen.
…muss irgendeine Elvis CD oder LP besitzen – Irgendeine.
….muss wissen welches Instrument in welcher Band ein Pirat namens Keith Richard spielt.
…Sollte zumindest von Aretha Franklin & Ray Charles gehört haben.
….muss wissen wie man das Musikgenre nennt, welches ein gewisser Bob Marley zur weltweiten Bekanntheit gebracht hat.
….sollte wissen oder zumindest erahnen was ein gewisser Rick Rubin so macht.
….muss wissen welche Lieblingsfarbe Johnny Cash hatte – und wahrscheinlich immer noch hat.
…..sollte in der Lage sein, zumindest ein Mitglied einer bekannten irischen Rockband – benannt nach einer U-Bahn Linie - namentlich zu benennen.
…muss wissen welcher herausragende Musiker des 20. Jahrhunders als Robert Zimmermann geboren wurde.
Sollte täglich eine Stunde Musik hören (kein Radio)
Disqualifiziert und auf Lebenszeit gesperrt, an Umfragen zum Thema Pop teilzunehmen sind automatisch:
…Dieter Bohlen und Menschen die ein Naheverhältnis mit ihm pflegen.
…Ö3 Moderatoren (wegen Befangenheit, und überhaupt)
…Menschen die CDs von Phil Collins, Celine Dion, Sting & Rod Stewart SAMMELN. Einzelne CDs von genannten „Künstlern“ sind als kleine Verfehlungen gestattet. Der Zwang, jedoch alles von diesen Musikern besitzen zu müssen, führt unweigerlich zur Disqualifizierung.
…Fans von Schlager. Nichts gegen Euch Leute, hört was ihr hören wollt, nur nehmt an keinen Popumfragen teil. Wir versprechen im Gegenzug nie an irgendwelchen Votings wie: „Die 100 besten Schlagersongs" und dergleichen teilzunehmen. Deal?
…Alle Menschen die immer noch glauben, dass Guns n`Roses „Knocking on Heavens Door“ geschrieben haben und die Version des komischen „Alten“, der nicht singen kann, als nicht so gut empfinden.
…Meinungen, Beschwerden und Ergänzungen zu dieser Liste werden vom Autor gerne entgegengenommen und gegeben falls veröffentlicht.
Andi Bauer
Daher stelle ich hier den Antrag nur Menschen an Wahlen für popmusikalische Belange zuzulassen, welche folgende Kriterien erfüllen.
Der Kandidat muss fünf Lieder der Beatles kennen ohne auf Google oder Wikipedia zuzugreifen.
…muss irgendeine Elvis CD oder LP besitzen – Irgendeine.
….muss wissen welches Instrument in welcher Band ein Pirat namens Keith Richard spielt.
…Sollte zumindest von Aretha Franklin & Ray Charles gehört haben.
….muss wissen wie man das Musikgenre nennt, welches ein gewisser Bob Marley zur weltweiten Bekanntheit gebracht hat.
….sollte wissen oder zumindest erahnen was ein gewisser Rick Rubin so macht.
….muss wissen welche Lieblingsfarbe Johnny Cash hatte – und wahrscheinlich immer noch hat.
…..sollte in der Lage sein, zumindest ein Mitglied einer bekannten irischen Rockband – benannt nach einer U-Bahn Linie - namentlich zu benennen.
…muss wissen welcher herausragende Musiker des 20. Jahrhunders als Robert Zimmermann geboren wurde.
Sollte täglich eine Stunde Musik hören (kein Radio)
Disqualifiziert und auf Lebenszeit gesperrt, an Umfragen zum Thema Pop teilzunehmen sind automatisch:
…Dieter Bohlen und Menschen die ein Naheverhältnis mit ihm pflegen.
…Ö3 Moderatoren (wegen Befangenheit, und überhaupt)
…Menschen die CDs von Phil Collins, Celine Dion, Sting & Rod Stewart SAMMELN. Einzelne CDs von genannten „Künstlern“ sind als kleine Verfehlungen gestattet. Der Zwang, jedoch alles von diesen Musikern besitzen zu müssen, führt unweigerlich zur Disqualifizierung.
…Fans von Schlager. Nichts gegen Euch Leute, hört was ihr hören wollt, nur nehmt an keinen Popumfragen teil. Wir versprechen im Gegenzug nie an irgendwelchen Votings wie: „Die 100 besten Schlagersongs" und dergleichen teilzunehmen. Deal?
…Alle Menschen die immer noch glauben, dass Guns n`Roses „Knocking on Heavens Door“ geschrieben haben und die Version des komischen „Alten“, der nicht singen kann, als nicht so gut empfinden.
…Meinungen, Beschwerden und Ergänzungen zu dieser Liste werden vom Autor gerne entgegengenommen und gegeben falls veröffentlicht.
Andi Bauer
12. Juni 2010
Saved – Finally
Wie werden Sie geteilt die Schafe von den Böcken, die Sünder von den Heiligen, die Gläubigen von den Ungläubigen am letzten Tag vor dem großen Tore. Viele weise Männer, Propheten und Religionen haben sich über diese größte aller Fragen den Kopf zerbrochen. Und Sie alle irren mit ihren Antworten. Am großen Himmelstor werden die Menschen nach nur einem Kriterium in zwei Gruppen geteilt. Menschen die „His Bobness“ – Sir Bob Dylan live im Konzert gesehen haben und all die Anderen. Am Freitag spielte der grantige Alte in Linz, am Samstag dem 19.6. geigt der mittlerweile 69 Jährige in Dornbirn im Ländle auf. Ich werde dabei sein und damit mein Plätzchen im Himmel sichern. Für all die Anderen - leider Pech gehabt. So ist das mit der Religion – Auserwählt sind wenige.
Andi Bauer
Andi Bauer
Abonnieren
Posts (Atom)